Spine Care

      

Das umfassende Konzept zur Wiedererlangung normaler Funktionsfähigkeit

Der erfolgreichste und vor allem langfristigste Therapieansatz der letzten 15 Jahre bei langdauerndem Schmerz im Bereich der Wirbelsäule stellt die hightech-basierte Trainingstherapie dar. Durch internationale Studien gewonnene Erkenntnisse belegen, dass die haupttreibenden Kräfte für immer weiter fortschreitende Schmerzzustände im Bewegungsapparat vor allem die schmerzbedingten Schonbewegungen und Fehlhaltungen sind. Diese verursachen innerhalb kürzester Zeit ausgeprägte Muskelabschwächungen und Koordinationsverluste im Bereich der körperstabilisierenden Muskulatur im Bereich der Wirbelsäule.

Seit dem Jahr 2000 arbeitet das multidisziplinäre Therapeutenteam von pain care nun in Forschung und Therapie, mit zum Großteil schwer chronifizierten Wirbelsäulenpatienten, mit einem ständig an neue Erkenntnisse angepaßten Trainingstherapiekonzept. Wir konnten in den letzten Jahren, unter Berücksichtigung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, über die komplexen neuromuskulären Aktivierungsvorgänge bei der Körperstabilisierung und Körperbewegung ein umfassendes und maßgeschneidertes Bewegungsprogramm erarbeiten, das bei mehr als 90% der Patienten zu hochsignifikanter Verbesserung von Schmerz und v.a. Funktion führt, bis hin zum Wiedereinstieg in den Leistungssport.
 
Erst nach der Schmerzstabilisierung mittels ärztlicher Therapien, nach exakter neuroorthopädischer und psychosozialer Untersuchung mittels international etablierter ärztlicher Kombinationstherapien,  schleusen wir, in einem zweiten Schritt, unsere Patienten in die PC-assistierte Funktionsdiagnostik ein. Dort ermitteln wir innerhalb von ca. 90 Minuten die exakten vergleichsgruppenbezogenen Maximalkraft-, Kraftausdauer- und Koordinationswerte. Für jeden Patienten erstellt Dr. Stengg persönlich ein genau auf die Situation des Patienten abgestimmtes 12-wöchiges, intensiv betreutes Bewegungstherapieprogramm unter Zuhilfenahme modernster Trainingstechnologie. Ein Therapeut betreut maximal 2-3 Patienten pro Stunde bzw. werden viele Therapien auch in Einzelbetreuung durchgeführt.

Das komplex zusammengesetzte Trainingstherapieprogramm von pain care hat mit herkömmlichem Fitnesstraining nichts und mit der in einigen Zentren durchgeführten reinen Wirbelsäulenkräftigung (bei denen zumeist zwischen 6-12 Trainierende von 1 Trainer beaufsichtigt werden) auch nur wenig zu tun.

DENN: Der Muskel ist nur das letzte Glied in einer Kette von hochkomplexen Aktivierungsvorgängen im Zentralnervensystem (ZNS) mit den dazugehörigen peripheren Sensoren und Nerven. Dabei hat besonders das relativ neue Wissen um die Neuroplastizität von Gehirn und Rückenmark völlig neue Horizonte für die Wiederherstellung einer normalen Funktion in allen ihren Facetten eröffnet. Neuroplastizität bedeutet, dass Gehirn und Rückenmark sich ununterbrochen nicht nur funktionell, sondern auch anatomisch-strukturell (!) an äußere Anforderungen anpaßen. Dabei ist es für die zentralen Regelstrukturen, besonders im Bereich der Stabilisierungs- und Bewegungssteuerung, aber nicht ersichtlich, ob eine akut durchaus angebrachte Anpassung von Bewegungsabläufen an einen Schmerzreiz (z.B. Entlastung rechts bei Schmerz in der rechten Beckengegend) längerfristig sogar der Grund sein könnte, dass Schmerzzustände immer chronischer werden. Ziel ist nur die Ökonomisierung des Bewegungsablaufes. Wenn  Schonhaltungen oder Schonbewegungen länger als 3-5 Wochen anhalten, glaubt der "Hochleistungscomputer ZNS", diese als Normalität festlegen zu müssen und ersetzt das eigentliche Normalbewegungsmuster durch das Fehlbewegungsmuster! Dadurch bemerkt der Betroffene nicht mehr in welcher Form er sich falsch bewegt und ist deshalb selbst nicht mehr in der Lage, die zumeist sehr vielschichtigen Fehlaktivierungen und Überlastungsvorgänge zu korrigieren, weil das normale innere Bezugssystem plötzlich fehlt - der richtige Bewegungsablauf kann nur von "außen angeleitet" wiedererlernt werden!

"Jede Trainingstherapie bei Wirbelsäulenpatienten, die ohne intensive Kontrolle und Korrektur jeder einzelnen Bewegung zum Wiedererreichen eines normalen Bewegungsmusters durchgeführt wird, macht die Muskulatur vielleicht vorübergehend stärker, die Nachhaltigkeit fehlt jedoch!  Das gefährliche Verreissrisiko bleibt fast unverändert und eine sichere Sportfähigkeit als angestrebtes Ziel der wiedergewonnenen Lebensqualität ist nicht gegeben!"

Außerdem lähmt die schmerzbedingte Aktivierungshemmung blitzartig die besonders wichtigen kleinen, tief liegenden segmentalen Muskeln, die sonst die Stabilität zwischen einzelnen Wirbeln garantieren. Der bei Akutschmerz sinnvolle Schutzmechanismus des ZNS ("Die Muskeln dürfen auf keinen Fall aktivieren, weil sonst noch Schlimmeres passieren könnte!") hat bei jedem längerdauernden Schmerz jedoch fatale Folgen: Plötzlich müssen größere, oberflächlicher gelegene Muskeln der Wirbelsäule, die sonst hauptsächlich der Bewegung dienen, stabilisierende Funktionen übernehmen, was ihnen nur unzureichend gelingt und sie dadurch auch chronisch fehlbelastet. Durch dieses "Ausknipsen" der tiefen Haltungsstabilisatoren nimmt Muskelumfang und Muskelkraft dieser rapide ab, was bewirkt, dass besonders bei unerwarteten Auslenkungen, wie Stolpern oder Ausrutschen, die optimale Position der einzelnen Wirbel zueinander nicht mehr gehalten werden kann. Dies ist einer der Hauptmechansimen für das oft überproportionale Zunehmen von Zwischengelenksarthrosen und Fortschreiten von Bandscheibenschäden, weil jede ruckartige Bewegung ungebremst ins Segment durchfährt.

"Weder die Durchbrechung eines Fehlbewegungsmusters, noch die notwendige Muskelkräftigung kann gelingen, wenn der Patient die Trainingstherapie nicht schmerzfrei oder zumindest sehr schmerzarm absolviert!"

Wir von pain care tragen diesen neuen Wissensdetails insofern Rechnung, dass kein Patient in die Trainingstherapie eingeschleust wird, der noch Schmerzen hat, die auf einer 11-teiligen Schmerzskala stärker als 2-3 sind (wobei 0 kein Schmerz und 10 maximal vorstellbarer Schmerz bedeutet).

Weiters schulen wir die Patienten in Kleingruppen mit speziellen therapeutischen Techniken, tiefe Stabilisatoren wie z.B. den queren Bauchmuskel (M.transversus abdominis) zu aktivieren, bevor sie in den speziellen Trainingstherapiegeräten beginnen. In der Folge steht an den Therapiegeräten besonders in den ersten 3-4 Wochen nicht die Muskelfaservergrößerung im Vordergrund, sondern das "Neuprogrammieren" des normalen Bewegungsmusters. Dazu ist es unbedingt nötig, dass jede Phase des jeweiligen Bewegungsablaufes von einem geschulten Therapeuten geführt bzw. korrigiert wird. Das Therapieziel ist nicht nur die Vermehrung von Wirbelsäulenkraft in allen Wirbelsäulenabschnitten, sondern auch die Optimierung von Körperwahrnehmung, die Verbesserung des Gefühls für die optimale Körperaufrichtung, die Verbesserung der Geschicklichkeit und des Gleichgewichtsgefühls, der Beweglichkeit und der Dehnfähigkeit.

Von der Erstuntersuchung bis zur "Entlassung" zurück in den Alltag führt Dr. Stengg als fachärztlicher Wirbelsäulenspezialist nicht nur die gesamte Schmerztherapie und die Gestaltung jedes einzelnen Trainingstherapieplans durch, er steht auch über die gesamte 12-wöchige Trainingstherapiephase regelmäßig als Ansprechpartner für evtl. auftretende Fragen oder Therapieplananpassungen zur Verfügung. Im Therapieverlauf kann es bei ca. 10-15% der chronischen Schmerzpatienten zu  vorübergehenden Akutschmerzen kommen.
Wenn eine ärztliche Therapieintervention notwendig ist, ermöglicht Dr. Stengg jedem seiner Trainingstherapiepatienten (mittels eines Notterminsystems) innerhalb der folgenden 1-2 Werktage einen Akutordinationstermin.